28. Brief – 5. August 1942

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– 28. Brief –

Rußland, den 5.8.42

Meine kleine tapfere Soldatenfrau!

Nun hatten wir endlich gehofft, heute unsere Einheit zu erreichen, aber leider vergebens. Wir waren heute bis an die Front, wo unsere Batterien in Stellung waren. Wir sind dann gleich wieder ins Hinterland gefahren, um unseren Troß zu finden. Aber auch vergebens.

An der Front hatte ich das erste Mal Gelegenheit, die deutsche und russische Artillerie feuern und einschlagen zu sehen. Es war ein komisches Gefühl, die Geschosse in großer Höhe über uns wegrauschen zu hören. Kurz darauf erfolgte dann immer der Einschlag. Ich war doch froh, als wir kehrt machten.

Nun müssen wir morgen noch die ganze Gegend abfahren, um unseren Troß zu finden.

Heute haben wir ein prima Waldquartier. Hier ist seit Wochen eine Bullenhitze. Hier im Süden wird es den Winter über nicht kalt sein. Heute bin ich gerade 2 Monate in Rußland. Wie lange wird es noch dauern?

Am 1.8.42 bin ich im Gehalt aufgerückt. Schicke mir mal die Gehaltsabrechnung für den Monat August. Ich möchte mal gerne wissen, wie viel das ausmacht.

Da wir keine Marschverpflegung mehr bekommen, verpflegen wir uns jetzt selbst. Meistens ziehe ich los, um uns bei einer fremden Küche etwas zu schnurren. Immer ein Bombenerfolg.

Die herzlichsten Grüße und 1000 Küsse,

Euer Vati


Anm.: Aufgrund unserer Recherchen glauben wir, dass er die sog. „Kesselschlacht bei Kalatsch“ beschreibt.

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